Freundliche Mitbewohner

Haut-Ökosystem ist wichtig für die Gesundheit

Der menschliche Körper ist eine gigantische WG. Billionen von Mitbewohnern tummeln sich in Darm, Mund, Rachen, Nase sowie auf der Haut. Bei den Besiedlern der Körperhülle handelt es sich beispielsweise um Viren, Milben und Pilze.

Mikroskopische Aufnahme der Staphylococcus Epidermidis Bakterien auf der Haut
Mikroskopische Aufnahme der Staphylococcus Epidermidis Bakterien auf der Haut

Paradies für Bakterien

Die meisten Mitbewohner sind allerdings Bakterien. Für viele Arten ist die Oberfläche von Homo sapiens ein wunderbares Biotop. Die Besiedlung beginnt schon mit der Geburt.

Je nach Körperregion variieren ihre Lebensbedingungen in Abhängigkeit von Feuchtigkeit oder Nahrungsangebot. Deshalb logieren auf einem Quadratzentimeter Rückenhaut nur wenige hundert Bakterien, während es in anderen Bereichen wie den Achselhöhlen Hunderttausende sein können.

Nützliches Schutzschild

Dies ist allerdings kein Grund zur Beunruhigung. Im Gegenteil! Die bei jedem Menschen ein wenig anders zusammengesetzte Mikroorganismen-Gemeinschaft ist normalerweise völlig harmlos. Die so genannte Hautflora, bestehend aus Bakterien und Pilzen, stellt (im Zusammenspiel mit dem Säureschutzmantel bzw. Hydrolipidfilm) sogar einen äußerst wichtigen Faktor für die Gesundheit dar.

Die Hautbakterien kommunizieren miteinander, kontrollieren gegenseitig ihr Wachstum und verteidigen ihre Reviere. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass krankheitserregende Keime, die sich auf der Haut ausbreiten wollen, nicht wuchern können.

Feinde der Hautflora

Übertriebene Hygienemaßnahmen (z.B. häufiges Waschen, aggressive Reinigungssubstanzen, unzweckmäßig eingesetzte Desinfektionsmittel) sowie die Einnahme von Antibiotika können sich zerstörerisch auf die natürliche Hautflora sowie den Säureschutzmantel der Haut auswirken. Wo Lücken im ‚Mikrobenrasen’ klaffen, haben unerwünschte Siedler leichtes Spiel.

Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang zwischen der Verarmung der natürlichen Vielfalt (Pflanzen, Tiere) in der Wohnumgebung, Veränderungen der mikrobiellen Besiedlung der Haut sowie der Entstehung von Allergien und Asthma, so eine finnische Studie aus dem Jahr 2012. Allerdings steht die Erforschung der mikroskopisch kleinen ‚Mitbewohner’ des Menschen sowie ihrer vielen wichtigen Aufgaben für die Gesundheit erst am Anfang.

 

Viele Informationen im Körpergeruch
Botschaften für die Nase

Viele Informationen im Körpergeruch

Der Geruchssinn wird im Vergleich zum Sehen oder Hören oft unterschätzt. Dabei ist er überaus leistungsfähig! Rund 10.000 verschiedene Gerüche kann der Mensch unterscheiden.

Dafür zuständig sind Millionen von spezialisierten Sinneszellen in der Nasenschleimhaut. Sie liefern Informationen darüber, ob die Duftnoten von Rosenblüten, Katzenurin, Käsefuß, Zigaretten oder frisch gebrühtem Kaffee in der Luft liegen. Diese – oft nicht einmal bewusst wahrgenommenen – chemischen Signale sind in der Lage, Verhalten und Gefühle zu beeinflussen.

Köstlich oder penetrant?

Auch für das zwischenmenschliche Miteinander spielen Körperdüfte eine große Rolle: Manche Menschen können einander im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen. Andere können nicht aufhören, an ihrem Baby zu schnuppern.

Der Geruch eines Menschen ist einzigartig wie ein Fingerabdruck und steckt voller Botschaften. Noch sind nicht alle Geheimnisse seiner Entstehung entschlüsselt, bei der Genetik und Immunsystem eine wichtige Rolle spielen.

Fest steht jedoch, dass die Bakterienflora verschiedene Produkte der Haut – allen voran Schweiß! – in einzelne mehr oder weniger duftende Bestandteile zerlegt. Außerdem beeinflussen Geschlecht, emotionale Verfassung, Alter und Ernährung das persönliche Odeur.

Schnüffler im Dienst der Gesundheit

Auch krankhafte Veränderungen im Stoffwechsel – etwa bei Diabetes, Nieren- oder Lebererkrankungen – können typische Körpergerüche hervorrufen, die wiederum wertvolle Hinweise für die Diagnostik liefern.

In experimenteller Erprobung stehen derzeit so genannte elektronische Nasen und Krebssuchhunde. Sie werden auf ihre Tauglichkeit in der Krankheitsfrüherkennung getestet.

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